Die Patho-HipHopper aus Florida

Im Juni 2013 machte ein musikalisches Parodie-Video die Pathologen einer US-amerikanischen Universität für kurze Zeit zu Online-Stars. Sie rappten mit viel Spaß und tausenden Fans vor den Mikroskopen in ihrem Institut. So erläuterten sie ganz nebenbei auch noch, was sie als ihre Hauptaufgaben sehen.

Zu behaupten #pathologie sei in den sozialen Medien ein Trending-Topic wäre etwas übertrieben. Der letzte Tweet wurde vor drei Tagen abgesetzt, insgesamt kommt der Hashtag auf ganze vier in der letzten Woche. Vom 7. September stammt der letzte Beitrag auf Facebook  –  ein Stellenangebot wie fast die Hälfte aller Einträge. Auf der Videoplattform YouTube ergattert ein Clip mit mehr als 10.000 Klicks bereits einen Platz unter den Top 10 der meist geklickten Pathologie-Videos.

Dennoch schafften vor zwei Jahren US-amerikanische Pathologen eine kleine Sensation. Innerhalb weniger Wochen wurde ihr Video „Thrift Lab“ mehr als 400.000 Mal angeklickt. Davon träumt sogar mancher YouTuber mit eigenem Kanal. Inzwischen haben mehr als 560.000 User die Parodie gesehen. Der Clip aus Florida belegt hinter dem Trailer und dem kompletten Film „Pathology“ Platz 3 der beliebtesten Videos unter dem Hashtag Pathology.

Die Parodie aus der Pathologie

HipHop-Star Ryan Macklemore lieferte mit seinem Song „Thrift Shop“ die Vorlage für die Pathologen-Parodie. Während der HipHopper im Second Hand Laden nach Schnäppchen jagt und sich dabei ganz toll findet, gehen die Wissenschaftler mit Hilfe des Mikroskops auf die Jagd nach Tumoren. Auch wenn das Rappen den Mitarbeitern der pathologischen Abteilung der Universität von Florida etwas unbeholfen über die Lippen geht. Sie haben sichtbar Spaß und finden sich dabei zu Recht „f*king awesome.“ Im Hintergrund nicken die Kollegen im Takt mit ihren Köpfen vor den Okularen.

Die Idee zu der Parodie hatte der junge Assistenzarzt Brett Baskovich, der das Video nach Ende seiner Ausbildung in Florida veröffentlichte. Das ging schnell viral und fand viele Fans. Die Uni-Leitung war von der Aufmerksamkeit alles andere als begeistert. Der Präsident der Gesundheitsabteilung der Uni stellte gegenüber der Presse sofort klar: „Das war ein unauthorisiertes Video, das unakzeptables Verhalten zeigt und die Politik der Universität in sozialen Medien verletzt.“ Baskovich wurde aufgefordert, das Video privat zu stellen. Der Art ungelistet kann es nur von jemandem gefunden werden, der über den direkten Link verfügt, nicht via Suchfunktion. Doch der Erfolg war nicht aufzuhalten, kurze Zeit später war das „UF Thrift Lab“ wieder öffentlich zugänglich.

Spoof-Videos unter Studenten beliebt

Besonders in den USA gehören solche wissenschaftlichen Ulk-Videos (spoof), häufig von Studenten gemacht, zum Alltag. Noch erfolgreicher als das Schnäppchen-Labor ist zum Beispiel die Bruno-Mars-Parodie „The Lab Song“, bis heute fast 2,8 Millionen Mal angeklickt. Allerdings sind Video, Gesang und Bewegung auch deutlich professioneller gelungen als bei den fröhlichen Pathologen aus Florida. Die waren zumindest für einen Sommer Stars auf der Videoplattform. Ein zweiter Clip im Gangnam Style brachte es auf weit weniger Klicks.