„medlz“: A Capella aus der Leichenhalle

Sie wirken wie die kleinen Schwestern der Pop-Gruppe „Die Prinzen“. Und tatsächlich stammt die Girl-Group „medlz“ aus Sachsen. Während die bekannteren Jungs rund um Leadsänger Sebastian Krumbiegel ihre Stimmen in früher Jugend beim Leipziger Thomanerchor schliffen, taten es ihnen die medlz beim Philharmonischen Kinderchor Dresden gleich. Für ihren aktuellen Video-Clip gönnten sich die Sängerinnen einen Spaß im Leichenschauhaus.

Ein Gerichtsmediziner bereitet sich auf den Feierabend vor. Es geht zu wie bei jedem anderen Job auch. Wären da nicht die mit grünen Tüchern bedeckten Leichen, die blutigen Instrumente, die er säubert, und die Habseligkeiten wie Kettchen oder Ringe, die er den Toten abgenommen und in einer Schale gesammelt hat. Im Radio wünscht sich Hörerin Ramona ein Lied von Helene Fischer.

Auf dem Nachhauseweg wird der Mediziner vom Nachtwächter des Instituts (Originaldrehort: die Pathologie des Klinikums Zwickau) aufgehalten – ohne gemeinsames Schnäpschen darf der nicht nach Hause. Derweil erwachen die Leichen auf den Sektionstischen zum Leben. Es sind die vier Sängerinnen der medlz. „Die Another Day“ heißt der Clip. Er gehört zur gleichnamigen Coverversion der Band von Madonnas Bond-Hit.

Der Clip ist professionell gemacht mit vielen Close-Ups und  macht Spaß anzusehen. Am Ende ist der Gerichtsmediziner der Dumme, aber zu viel sei nicht verraten. „Die Another Day“ ist eine Auskopplung aus dem Album „medlz – bekannt aus Film und Fernsehen“, eine kunterbunte Mischung an Liedern, zu der unter anderem auch Beethovens „Ode an die Freude“ gehört. Musikalisch mehr zu hören, gibt es auf Soundcloud.

Kleiner Gag am Rande: Als freundlicher Nachtwächter der Gerichtsmedizin fungiert Schauspiel-Star Jan-Josef Liefers, selbst gebürtiger Dresdner und beim deutschen Publikum als Tatort-Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne ein gern gesehener Fernsehgast. Seit 2002 spielt er in der Münsteraner Ausgabe der langlebigsten und beliebtesten Krimi-Serie den bis zur Arroganz selbstsicheren Forensik-Professor neben Axel Prahl als Kommissar. 2014 sahen 13,13 Millionen Zuschauer die Folge „Mord ist die beste Medizin“. Das reichte für die beste Einschaltquote einer einzelnen Folge seit 1992. Von solchen Klickzahlen können die medlz für ihre Gerichtsmedizin-Clip bislang nur träumen.

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